Schwingung mit beiden Armen
Mit einem Arm zu schwingen, ist natürlich einseitig. Also müsste ich dazu raten, nach dieser Übung, dasselbe mit dem zweiten Arm zu tun. Das kannst Du auch machen. Besser ist es allerdings, gleich dazu überzugehen, mit beiden Armen zu schwingen. Die Einarmschwingung alleine werden wir nicht mehr brauchen, wenn wir einmal voll verinnerlicht haben, wie sich eine harmonische Körperschwingung anfühlt und wie man sich einschwingt. Die Übung mit einem Arm hat nur dazugedient, dieses Gefühl zu entwickeln.

Unser Ziel ist immer, mit dem ganzen Körper in eine sanft schwingende Bewegung zu kommen, sei es im Stehen, im Sitzen; im Liegen, im Gehen, beim Sport oder während der Arbeit.
Dies klingt aber leichter, als es für uns Zivilisationsmenschen ist. Wir müssen erst wieder mühsam lernen, diese komplexen Bewegungen miteinander zu harmonisieren. Glücklicherweise sind schon die Schritte des Lernens angenehm und förderlich, so dass wir uns ruhig mit dem ganzen Lernprogramm sehr viel Zeit lassen können. Hier gilt besonders: der Weg ist das Ziel. Wir brauchen nichts anderes anstreben, jede einzelne Übung so gut zu machen, dass sie ein tiefes angenehmes Gefühl erzeugt.
Der nächste Schritt ist die Schwingung mit beiden Armen.
Wir stellen uns hin und lassen den rechten (linken) Arm, wie schon geübt einschwingen. Wenn wir die Schulter ganz locker lassen, beginnt sie automatisch mit zu schwingen und der andere Arm beginnt gegenläufig zu schwingen. Wir brauchen nur nun auch die Schwingung des zweiten Arms sanft zu unterstützen, damit die Schwingung weiter läuft. Der Schultergürtel gerät dadurch in eine schwache Drehschwingung. Wir lassen diese Schwingung zu und harmonisieren sie mit den Armschwingungen, bis die beiden Armen und der Schultergürtel ein ganzes schwingendes System bilden.
Beim Schwingen fühlen wir wieder ganz tief in die Bewegung hinein und versuchen zu spüren und zu verstehen, wie die einzelnen Schwingungen miteinander koppeln. Mit dieser Übung lernen, wir ein mehrgliedriges System insgesamt schwingt und wie die einzelnen Glieder jedes für sich, aber aufeinander abgestimmt, ihre eigene Teilschwingung vollführen.
Beim Üben achten wir wieder darauf, dass die Bewegung so sanft harmonisch und ohne
Anstrengung wie möglich abläuft. So lange bis sie völlig automatisch schwingt und
wir das Gefühl dafür verlieren und in einen leeren, etwas trance-